Lachesis muta

Lachesis muta muta
Buschmeister (LINNAEUS,1766)

 

Unser Neuzugang, ein Pärchen der rötlichen Variante des Buschmeisters. Es sind Tiere ursprünglich aus Surinam

Habitus:
Lachesis muta ist die grösste Viper und die zweitgrösste Giftschlange der Welt. Die grössen varieren jedoch je nach Art, Unterart sehr. Sie besitzt in der Regel 9-10 Oberlippenschilde und 13-14 Unterlippenschilde. Die Pupille ist rund. Die stark höckerigen Schuppen sind gekielt. 35-37 Reihen umgeben die Rumpfmitte. 200 bis 247 Bauchschuppen und 43 bis 56 Schwanzschilde sind vorhanden. Das Schwanzende besteht aus einem hornigen Stachel. Bei Erregung vibriert sie mit dem Schwanz im Laub. Ein dunkles Schläfenband verbindet das Auge mit dem Mundwinkel. Die Bauchseite ist einfarbig gelblichweiss. Die (bei der Nominatform) rötliche Körperoberseite wird von lackschwarzen, glänzenden rhombischen Flecken bedeckt. 

Klima und Lebensraum:
Surinam besitzt ein ganzjährige tropisch- feuchtes Klima, allerdings mit ausgeprägten Regen- und Trockenzeiten.
Für den Lebensraum des Buschmeisters in Surinam (Lachesis muta muta) sind vor allem die feuchtwarmen Regenwaldgebiete im Landesinneren und Süden relevant. Die Jahreszeiten werden in Surinam nicht durch große Temperaturunterschiede, sondern durch die Niederschlagsverteilung bestimmt:

  • Kleine Regenzeit: Dezember–Januar
  • Kleine Trockenzeit: Februar–März
  • Große Regenzeit: April–August
  • Große Trockenzeit: ungefähr September–November

Die Trockenzeit ist im geschlossenen Regenwald weniger ausgeprägt als an der Küste. Selbst während trockener Monate bleiben schattige Waldstandorte oft feucht.

Der Buschmeister ist vor allem an folgende Lebensraummerkmale gebunden:

  • Primärer oder wenig gestörter tropischer Regenwald
  • dichter Laub- und Streuboden
  • viele umgestürzte Bäume, Wurzeln und natürliche Verstecke
  • dauerhaft hohe Boden- und Luftfeuchtigkeit
  • Nähe zu kleinen Bächen, feuchten Senken oder Waldrinnen
  • ausreichend Nagetiere und andere Beutetiere
  • geringe direkte menschliche Störung

Die Art ist überwiegend bodenbewohnend und nachtaktiv. Sie hält sich häufig in der Laubstreu, unter Fallholz, an Baumwurzeln oder an Übergängen zwischen dichter Vegetation und kleinen offenen Strukturen auf. Sie ist keine typische Art offener Savannen, intensiv genutzter Agrarflächen oder stark urbanisierter Gebiete. Die Ernährung besteht aus allerlei kleinsäuger und Vögel. Er bewohnt meist Nagetierbauten oder ist unter Wurzeln zu finden. Die Eier legt Sie meist in ein Nagerbau und bewachst die bis zum Schlupf. Das Weibchen reguliert auch die Feuchtigkeit selber und macht eine Brutpflege. 

Besonders geeignete Regionen in Surinam

Potenziell geeignete Lebensräume liegen vor allem:

  • im zentralen und südlichen Surinam
  • im Umfeld der Brownsberg- und Nassau-Gebiete
  • im Sipaliwini-Gebiet
  • in zusammenhängenden Waldlandschaften entlang größerer Flüsse und Nebenflüsse
  • in feuchten Tiefland- und Hügelland-Regenwäldern

Die konkrete Verbreitung ist jedoch lückenhaft dokumentiert. Ein geeigneter Klimaraum bedeutet daher nicht automatisch, dass die Art an jedem entsprechenden Standort vorkommt.

Klimatisch relevante Bedingungen für die Art

Für den Buschmeister sind wahrscheinlich weniger bestimmte Monatsmittelwerte entscheidend als die Kombination aus:

  1. ganzjährig warmen Temperaturen,
  2. hoher Luftfeuchtigkeit,
  3. feuchter Laubstreu und feuchtem Boden,
  4. ausreichendem Niederschlag auch in der Trockenzeit,
  5. dichtem, strukturell vielfältigem Wald,
  6. stabilen Beutetierbeständen.

Besonders kritisch können längere Trockenperioden, Waldfragmentierung, Feuer und die Umwandlung von Wald in Straßen-, Bergbau- oder Agrarflächen sein. Unter geschlossenem Kronendach können Temperatur und Feuchtigkeit allerdings stark von den Messwerten einer nahe gelegenen Wetterstation abweichen.

Haltung:
Unser Pärchen ist das ganze Jahr in der Regel zusammen. Der Bodengrund besteht aus Moorbeeterde 12-15cm hoch. Grosse Korkrinden am Boden werden gerne genutzt. Eine grosse dunkte Wetbox mit feuchter Erde ist vorhanden. In diese Box hat das Weibchen sich aus zum Eierlegen zurückgezogen. Ein grosses Wasserbecken mit einem Brunnen ist ebenfalls vorhanden, in der Hoffnung die Luftfeuchtigkeit damit zu erhöhen. Zusätzlich sind grosse Blumentöpfe mit Efeutute vorhanden die den Boden etwas zuwachsen. Es hat auch 2 Tablare und dicke Äste um auf die Tablare zu klettern vorhanden. In 4 Jahren haben wir erst einmal ein Buschmeister auf einem Tablar gesehen. 
Die 2 langen LED-Balken sorgen für das Tageslicht. In der Überganszeit von Herbst- Winter bis Frühling sind ein bis zwei UV-Spots in betrieb. Wir versuchen das ganze Jahr durch nicht über 28°C zu kommen, eher so zwischen 24-26° am Tage und 18-22°C in den Nächten. Bis jetzt hat das sehr gut geklappt. 
Die Lachesis generell haben ein ruhiges Gemüht. Wenn man mit Ihnen langsam Hantiert so bleiben sie sehr Ruhig. Das Umsetzen in eine Box für die Reinigung des Terrariums ist sehr entspannt. 

Nachzuchten:
Im Jaht 2025 hatten wir unser erstes Gelege. Mein Experiment der Naturbrut hat leider nicht funktioniert, das Klima (2-3 Wochen im Sommer waren extrem kühl) war sehr wechselhaft und ich hatte keine Chance für eine optimale Bruttemperatur im Terrarium.
Am 06.06.2026 durften wir 11 grosse, schöne Eier Inkubieren. In meinen selbstgebastelten Inkubatoren kann ich nicht eine Temperatur exakt einstellen, möchte ich auch nicht. Es gibt wie in der Natur schwankungen und eine Nachtabsenkung. 
Am 18.08.26 wurde das erste Ei angeritzt. Zwischen dem 19. und 23. August (74 bis 78 Tage) sind 9 Tiere geschlüpft. Jedes Tier das sein Ei aufgeschlitzt hat ist noch einen Tag darin verblieben, bevor es vollständig geschlüpft ist. 
Die kleinen haben ein Geburtsgewicht zwischen 61 und 70gramm. Die ersten waren die leichtesten, die letzten die schwersten. Die länge betrug zwischen 43 und 48 cm, die war jedoch unabhängig mit dem Gewicht. Also die schwersten waren nicht automatisch auch die längsten und umgekehrt. 
Die Aufzucht erfolgt einzeln in Boxen mit Erde, einem Korkstück zum verstecken, einem Wasserbecken und einer Kunstpflanze. Weitere Infos betreffend erster Häutung, Geschlecht und erster Nahrung folgen. 

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