Naja kaouthia

Monokelkobra (Lesson, 1831)


Die Monokelkobra besitzt sieben Oberlippenschilde, von denen der dritte und der vierte den Augenrand berühren. Die Internasalia sind gross und stehen mit dem Praeoculare und den Nasalia in Kontakt. Der Frontalschild ist klein und kürzer als die Supraocularia. Ein einzelner, kleiner Postoccipitalschild steht zwischen den oberen, sekundären Temporalschilden. Das Nasale ist geteilt. Ein Lorealschild ist nicht vorhanden. Vorhanden sind ein Praeoculare und drei Postocularia. An die beiden grossen vorderen Temporalschilde schliessen sich vier unregelmässige, sekundäre Temporalschilde an. Von den acht Infralabialia grenzen vier an die Kinnschilde. 25 bis 31 Schuppen umgeben die Nackenmitte in schrägen Reihen, 19 bis 21 die Rumpfmitte. Die Anzahl der Ventralia schwankt zwischen 164 und 196, die der Subcaudalia zwischen 43 und 58. Der Analschild ist ungeteilt.

Hinsichtlich der Körperfärbung ist die Monokelkobra überaus variabel. Es gibt olivfarbene, graugrüne, bräunliche, rotbraune, beigefarbene und gelbe Exemplare, deren Rumpf in ungefähr gleich grossen Intervallen gebändert oder einfarbig sein kann. Ganz helle bis weisse Exemplare leben in den Reisfeldern der thailändischen Provinzen Ang Thong und Supanburi. Die Bauchseite kann ungefleckt sowie gefleckt sein. Den Hals überzieht ein dunkles Band. Typisch ist der ovale, dunkle Monokelfleck auf der Nackenmitte, der meistens weiss und schwarz gerandet ist.

Länge: 120 bis 180 cm. Selten über 200 cm.



Lebensraum

Naja kaouthia kommt in der Umgebung von Kalkutta, im östlichen Himalaya (Nordostindien, Nepal, Bhutan), in Bangladesh, Burma und Süd-China vor. In Teilen Nordindiens lebt sie mit der Brillenkobra und mit den mittelasiatischen Kobras im gleichen Habitat.

Die Monokelkobra ist eine euryöke Art und in nahezu jedem Biotop anzutreffen. Sie bevorzugt jedoch Lebensräume in Wassernähe. Man trifft sie auf kultiviertem Gelände, in Reisfeldern, an Dämmen, verwilderten Gärten, Bananen - und Gummiplantagen an, wo sie unter Laub- und Reisighaufen, unter Steinen, unter Baumstämmen und in Termitenhügeln einen ständigen Unterschlupf hat.

Neben Fröschen und Kröten stellt sie auch Echsen, Vögel, Kleinsäuger wie Mäusen und Ratten sowie anderen Schlangen nach.



Haltung und Zucht

Da die Monokelkobra sehr stattlich werden kann, sollte man Ihr ein grösseres Terrarium zur Verfügung stellen. Sie gehört in ihrem Wesen zu den ungestümeren und wilderen Arten. Sie sind leicht erregbar und greifen schnell an. Deshalb sollte man ihr auch genügend Versteckmöglichkeiten anbieten, damit sie sich zurück ziehen kann. Als Bodengrund verwende ich Torfersatz. Ein grösseres Wasserbecken wird gerne benutzt. Meine Tiere klettern auch gerne und geniessen die Wärme auf einem Absatz. Die Tagestemperaturen sollten zwischen 27 und 32°C, und in der Nacht 20 bis 25° C sein. 

Unsere Tiere bekommen zwischen Oktober und November eine Winterruhe bei ca. 18° C. Die Winterruhe erfolgt einzeln in grösseren Boxen.
Die Paarung beginnt schon bald, nachdem sie wieder zusammen sind.

Für die Eiablage lege ich ihr eine Plastikbox gefüllt mit leicht feuchter Erde ins Terrarium, die auch gerne benutzt wird.
Die Eier werden zwischen 28 und 29° C , in einem leicht feuchten Substrat ausgebrühtet.

Nach einer Entwicklungsdauer von 50 bis 60 Tagen schlüpfen die 25 bis 30 cm langen Jungen. Da Kobras auch Schlangenfresser sind, sollte man die Jungtiere immer separat halten und aufziehen. Nach der ersten Häutung fressen sie meist selbständig nackte Mäuse. Vor der Häutung sollte man sie immer etwas feuchter Halten, damit sie an einem Stück Häuten können.

Obwohl die kaouthia eine weit verbreitete Kobra in der Terrarienhaltung ist, bin ich der Meinung, dass sie nur von Erfahrenen Giftschlangenhalter gepflegt werden sollte. Wenn ein Bissunfall mit einer Kobra passiert, ist es meistens mit einer Monokelkobra. Sie ist ungestüm und greift sehr schnell an. Das Verhalten ist nicht zu vergleichen mit zum Beispiel einer Naja naja oder legionis, die selten bis nie Angreifen. Das grösste Problem ist sicher das herausnehmen aus einem Terrarium. Meine 6 Adulten kaouthias sind draussen schon recht Ruhig geworden. Äussersre Vorsicht ist auch beim Füttern geboten. Ich setzte alle Tiere einzeln in Boxen. Das Futter haben sie sowiso schon lange mit der Nase wahrgenommen. Dann bereite ich die Ratten vor, für jede eine. Steht man jetzt beim öffnen der Box nicht dahinter so kann man damit rechnen dass man eine kaouthia schon am Hosenbein hat. Blitzschnell schiessen sie aus der Box und ergreifen die Ratte oder schiessen daneben. Es gibt wohl nicht viel gefährlicheres als hungrige Naja kaouthias. In ihrer Fressgier beissen sie wild umher bis sie etwas im Maul haben. Leider sind Kobras im allgemeinen nicht sehr zielsicher und schiessen auch mal am Futtertier vorbei was zu äusserst gefährlichen Situationen führen kann.

Nachzucht

Nachzuchten 2008

Unsere ersten Nachzuchten von Naja kaouthia sind auf der Welt. Am 29.03.2008 hat unser schwarzes Weibchen die Eier gelegt und zwischen dem 19.- und 21.05.08 sind die jungen geschlüpft. Das Gewicht ist zwischen 5 und 7gramm und die Länge zwischen 24 und 26cm. Die Aufzucht bereitet eigentlich keine Probleme. Kaouthias fressen normalerweise gleich von Beginn weg gierig. Die Luftfeuchtigkeit sollte etwas erhöt sein damit die ersten Häutungen gut kommen. Ansonsten Einzelhaltung, sehr Wichtig.

Seit 2015 haben wir ein Pärchen Leuzisten von 2014. Am 06.02.2017 hat das Weibchen 13 Eier gelegt. Das Gelege war 344,9 gramm schwer. Zwischen dem 8.04. und 16.04.2017 sind alle 13 Babys geschlüpft. 5.5 leuzisten und 1.2 Blizzards. Männchen und Weibchen sind im Schlupf schön gemischt. Nach der ersten Häutung haben alle selbständig frischgeborene Mäuse gefressen.



Giftwirkung und Symptome, die bei einem Vollbiss eintreten können:

Lokale Gifteffekte

  • Starke Schmerzen, die auch erst nach ein paar Stunden eintreten können.
  • Eine lokale Schwellung, die nach 2 bis 3 Stunden eintreten, und mit Nekrose und Blässchenbildung ihren Höhepunkt erst nach vier Tagen erreichen kann.
  • Die Nekrosen können bis ins Subkutangewebe reichen.


Neurologische Gifteffekte

  • Ptosis
  • Dysarthrie
  • Dysphagie
  • Ophthalmoplegie
  • Lähmung der Skelettmuskulatur, der Atemmuskulatur mit respiratorischem Versagen


Kardiale Gifteffekte

  • Arterielle Hypotension
  • Veränderte EKG-Werte
  • Andere Symptome und Befunde
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Schläfrigkeit


Erste Hilfe

  • Notarzt- Krankenwagen anrufen und Ruhe bewahren.
  • Haustüre aufschliessen, Schmuck wie Ringe abziehen
  • Kompressionsbinde anlegen und Seitenlagerung ausführen.


Therapie

  • Endotracheale Intubation und künstliche Beatmung


Antivenin

  • Monovalent Naja kaouthia aus Thailand
  • Wirksamkeit des Antivenin
  • Beachte die Angaben des Herstellers
  • Lokale Nekrosen werden weder verhindert noch gebessert
  • Bei Patienten mit systemischer Vergiftung bessert sich der Zustand, jedoch nur sehr langsam. Leider gibt es noch zu wenig verlässlich Daten, um genaue Angaben oder Studien zu erstellen. Die Effizienz zur Neutralisierung neurotoxischer Effekte ist widersprüchlich, jedoch nicht sehr überzeugend.


Nebenwirkungen des Antivenin

  • Je nach Hersteller sind die allergischen Sofortreaktionen zwischen 20 und 80%.
  • Auch bei den späteren Serumreaktionen liegen die Werte zwischen 10 und 100%
  • Das Polyvalent antisnake venom Serum (Haffkine, Bombay) schneidet viel besser ab als das Cobra antivenin (QSMI, Bangkok).