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 20.05.17 im Snakeparadise

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  • pituophis guttatus20
  • Rhynchophis boulengeri
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  • Zhaoermia mangshanensis

Bitis rhinoceros

Westliche Gabunviper  (Schlegel, 1855)


Die Gabunviper ist eine stattliche Giftschlange, die gegenüber der Länge fasst zu dick ist. Das gewaltige Tier kann bei voller Grösse so dick wie ein menschlicher Unterschenkel werden. Der Kopf ist flach und dreieckig und kann bei ausgewachsenen Exemplaren die Grösse einer Männerhand überschreiten. Sie besitzt zwischen den Nasenöffnungen zwei senkrecht stehende Hörner. Die Körperoberseite ist auf hellgelbem, graugrünem oder rotbraunem Grund mit sehr regelmässigen, symmetrischen Zeichnungen rhombischer, quaderförmiger, dreieckiger, sanduhrähnlicher und strichartiger Formen geziert.

Sie besitzen 12 bis 17 Oberlippenschilde, die vom Auge durch 5 Schuppenreihen getrennt sind. Von den 16 bis 21 Unterlippenschilder berühren die ersten 3 bis 6  den vorderen Kinnschild. Die stark gekielten Schuppen umgeben die Körpermitte in 35 bis 43 Reihen. Weiter besitzen sie 125 bis 140 Bauchschuppen sowie 17 bis 33 paarige Schwanzschilde. Die Geschlechter kann man anhand der Schwanzform bei der Kloake sehr gut erkennen. Während es bei den Männchen Konisch zum Schwanzende geht, sie haben auch einen längeren Schwanz, so wird es bei den Weibchen auf der Höhe der Kloake extrem schnell dünner, wie ein richtiger Absatz.

Länge: 130 - 150 cm, selten bis 180 cm.


Lebensraum

Die Gabunviper lebt in Westafrika, von Guinea, Liberia, Sierra Leone, Ghana bis Togo.

Sie lebt in tropischen Regenwäldern und deren Randzonen, in der Ebene und im Gebirge bis zu 2000 m Höhe. Die weitgehend nachtaktive Bodenschlange ist ungewöhnlich träge und wenig beissfreudig. Wenn jedoch ein Futtertier nahe genug vorbeikommt, schlägt sie blitzschnell und ohne Vorwarnung zu. Die Gabunviper gehört im zubeissen zu den schnellsten Schlangen der Welt.

Ausgewachsene Tiere haben 4 – 5 cm lange Giftzähne die sich tief in das Körpergewebe bohren. Die Giftmenge ist sehr gross, und überaus stark. Wenn nach einem Biss keine sofortige, gezielte Behandlung mit sämtlichen notwendigen Massnahmen eingeleitet wird, kann der Biss zum Tode führen.

Die Gabunviper ernährt sich von Nagetieren, Vögeln und kleineren Säugetieren.

Ausgewachsene Exemplare können zwischen 15 und 40 lebende Jungetiere, die ca. 25 – 30 cm gross sind, zur Welt bringen. Die Trächtigkeit ist ungewöhnlich lange und dauert zwischen 7 bis 12 Monate.


Haltung und Zucht

Bevor ich mir die ersten Gabunvipern gekauft habe, wollte ich mich bei anderen Haltern erkundigen, wie sie diese Schlange halten. Das Ergebnis war erschreckend. Von sehr feucht bis trocken, und von kalt bis heiss habe ich alles gesehen und gehört. Da ist es nicht verwunderlich, das man auch schmerzliche Rückschläge erlebt. Vor allem auch bei der Aufzucht von Jungtieren muss man viel beachten. Da ich der Meinung bin, dass nicht alle die gleichen Fehler machen sollten, möchte ich hier meine Erfahrungen weitergeben.

Wir halten unsere Gabuns in einem geräumigen Terrarium dessen Bodengrund aus Torfersatz oder Kokoserde besteht.

Ein grösseres Wasserbecken und Korkrinden als Versteckmöglichkeiten sollten nicht fehlen. Jedoch Baden habe ich eine Gabunviper noch nie gesehen. Trockene Blätter auf dem Boden sehen sehr schön aus, sind jedoch betreffend der Tarnung der Schlange nicht ungefährlich.

Obwohl diese Tiere in der Natur meistens im Schattenbereich liegen, verträgt sie ohne Probleme Temperaturen von etwas über 30° C. Das sollten jedoch trotzdem nur Ausnahmen im Sommer sein, und auch nur bei sehr trockenen Verhältnissen und einer Luftfeuchtigkeit unter 30%. Sonst besteht die Gefahr, beim kleinsten Luftzug eine Lungenentzündung zu bekommen.

Ansonsten sind die Temperaturen am Tag bis 28° und in der Nacht bis auf 22° C zu halten. Von Juni bis September kann man sie leicht erhöhen, so das am Tage bis 30° und in der Nacht bis 25° herrscht. Im Winter sollten die Temperaturen jedoch nach Möglichkeit nicht unter 18°C fallen. Wenn doch dann nur für kurze Zeit. Bei den Gabunvipern und den Nashornvipern haben wir eine milde Bodenheizung über ein drittel des Terrariumbodens gemacht, die im Winter in der Nacht angeht um eine zu grosse Nachtabsenkung vorzubeugen. Obwohl ich kein Freund von Bodenheizungen bin würde ich das bei diesen zwei Arten unbedingt ins Auge fassen. Auch ich habe leider vor einigen Jahren ein Männchen verloren weil es in der Nacht zu kühl und etwas zu feucht wurde.  Damit die Tiere auch einen Sonnenplatz haben arbeiten wir gerne mit einem Tablar als Liegeplatz unter einem Spot. Neben der Grundbeleuchtung von einer Fluoreszensröhre haben wir 3 Halogenspots von je 20 Watt, die verteilt auf ein Tablar gerichtet sind. So haben sie zwischen dem Tablar (Sonnenplatz) und dem Boden mindestens 6°C Temperaturunterschied zum aussuchen.

Wenn eine Gabunviper ins Häuten kommt, kann man alle 2 bis 3 Tage etwas handwarmes Wasser im ganzen Terrarium verspritzen. Bei Jungtieren ist notwendiger als bei Adulten. Sie geniessen es, wenn sie abgespritzt werden, die Adulten Gabunviper häuten sich jedoch auch wenn es trockener ist.

Im Gegensatz zu Gabuns, die schon 2 Jahre und älter sind, gehen die Jungtiere nie aus einem Wasserbecken trinken. Deshalb ist es für die kleinen in den ersten 2 Jahren lebenswichtig, sie einmal pro Woche in knapp handwarmem Wasser zu baden, damit sie trinken können und auch den Darm entleehren. Ansonsten können sie innerlich austrocknen, dehydrieren. Das Wasser darf jedoch nicht zu warm sein, sonst Trinken sie nichts. Die andere Möglichkeit ist natürlich, die kleinen mit Wasser besprühen bis sie genug getrunken haben, nur hat man danach einen Sumpf im Becken.

Zu fressen gibt man ihnen leicht behaarte Mäuse, die sie ohne Probleme selbstständig packen und verspeisen. Überhaupt sieht es sehr Interessant aus wenn Gabunvipern fressen. Die Beute wird extrem schnell mit voller Wucht gepackt und etwas über dem Boden festgehalten. Der Oberkörper und Kopf sind also vom Boden abgehoben und halten die Beute so fest bis sie ebenfalls in der Luft mit dem Fressen beginnen. Das Futter könnte ja dreckig werden :-)

Adulte Gabunviper sollte man nicht zu häufig und nicht zu gross Füttern. Meine Tiere fressen alle 2 Monate ein bis zwei mittlere Ratten und wachsen sehr gut.

Man darf sich nie durch die Trägheit einer Gabunviper täuschen lassen. Sie können sich Blitzschnell bewegen. Der Umgang mit einem Haken kann sich bei Jungtieren zum teil als recht schwierig erweisen, da sie sehr schnell immer wieder vom Haken runter gehen. Auch Jungtiere kann man jedoch schon mit 2 Haken Händeln. Wirklich grosse Tiere kann man gut vorne mit einem Haken und hinten mit der Hand halten. Der Kopf sollte jedoch immer weiter unten sein als der Körper, damit sie nicht hochschnellen kann. Beim Hantieren mit 2 Haken muss man sehr stabile Haken nehmen.


Nachzuchten

Unsere ersten Nachzuchten im Jahr 2007

Zwischen dem 15. und 20.09.2007 haben wir 14 schon recht grosse Babys von unserem noch nicht so grossen Weibchen bekommen. Die kleinen waren zwischen 30.1 und 40.5 gramm schwer und hatten gesamtlängen zwischen 28.5 und 33 cm. Nach der ersten Häutung haben alle Babys kleine, schon behaarte Mäuse genommen, die wir Lebend in die Aufzuchtbecken getan haben. Als Aufzuchtboxen nehmen wir die Faunaboxen mit dem Lochdeckel, damit die hohe Luftfeuchtigkeit nach dem regelmässigen Sprühen auch wieder weg kann und das Bodensupstrat welches aus Torfersatz besteht, wieder in relativ kurzer Zeit auch trocknen kann. Dauernde feuchte Unterlage ist Ungesund. Eine Korkrinde als Versteck und ein kleines Wasserbecken für die Luftfeuchtigkeit vervollständigen die Einrichtung. Die Babys haben sich bis zum 20.12.07 noch nicht gehäutet, obwohl sie gut und viel fressen, einfach unglaublich.

 

Giftwirkung und Symptome, die bei einem Vollbiss eintreten können:

Autopharmakologische Gifteffekte

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Lungen- Hirnödem
  • angioneurotisches Ödem
  • arterielle Hypotension
  • Tachykardie
  • Hypovolämie
  • Schock durch grosse Flüssigkeitsverluste ins Gewebe
  • erhöhte Kapillarpermeabilität

 

Lokale Gifteffekte

  • Lokaler Schmerz und Schwellung, die sich schnell ausbreitet und auf den Stamm übergreifen kann
  • Blasenbildung im Bissbereich
  • Ausgedehnte Ekchymosen im Bereich der Schwellung und lokale Gewebsnekrosen

 

Hämostatische Gifteffekte

  • Systemische Blutungen (Hämatemesis, Hämaturie).
  • Intrakranielle Blutung, fokale neurologische Ausfallserscheinungen, Koma, Meningismus.

 

Neurologische Gifteffekte

  • Akkommodationsstörung
  • Taubheit

 

Kardiale Gifteffekte

  • Tachyarrhythmie, EKG: Vorhoftachyarrhythmie, verlängerte QT- Zeit,
  • Herzrhythmusstörungen

 

Morbidität

Lokale Gewebsnekrosen kommen vor und können so gravierend sein, dass es zu Substanzdefekten kommt oder eine Amputation erforderlich wird.

 

Therapie

  • Intravenöse Flüssigkeitssubstitution.
  • Behandlung eines hypovolämischen Schocks.

 

Antivenin

  • SAIMR Polyvalent Antivenom Zentral- und Südafrika

 

Wirksamkeit des Antivenins

Bezüglich des Hämostasedefekts:

  • Klinisch: Sistieren der Blutungen (Hämaturie, gastrointestinal) innerhalb kurzer Zeit.

Koagulationsdefekt (Labor):

  • Wiederherstellung der Hämostase (Anstieg des Fibrinogens, Abfall der D-Dimere) im zeitlichen Zusammenhang mit der Antiveningabe.

Thrombopenie:

  • Normalisierung innerhalb von Stunden nach Antiveningabe.

 

Erste Hilfe

  • Notarzt- Krankenwagen anrufen und Ruhe bewahren.
  • Haustüre aufschliessen, Schmuck wie Ringe abziehen.
  • Stabile Seitenlage oder Schocklagerung machen.
  • So wenig wie möglich sich bewegen.
  • Keine Kompressionsbinde anlegen.